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Die Ikone Pierre Guariche

Ein supermoderner Designer

Die Ikone Pierre Guariche

In der unmittelbaren Nachkriegszeit beschließt eine Generation frisch diplomierter Designer in Frankreich, die festgefahrenen Codes der Vergangenheit zu brechen. Sie stützt sich auf die technischen Innovationen der damaligen Zeit, auf die neuen Materialien und erfindet mit ihren Möbelentwürfen und ihren freien Formen einen entschieden modernen Lebensstil, der mit der Tradition bricht. Unter ihnen gilt Pierre Guariche (1926-1995) als Pionier. Zu seinen Ikonen gehören die Stühle Papyrus (1951) und Tonneau (1954), der Sessel G10 (1953) oder die Leuchten G30, genannt „Cerf-volant“ (= Fliegender Drache, 1954), und G21 (1953), die heute von Ligne Roset neu aufgelegt werden.

Pierre Guariche, der 1949 seinen Abschluss an der Pariser Hochschule ENSAD macht, beginnt seine Karriere in einer Gesellschaft im Umbruch. Die Nachkriegszeit ist geprägt vom Aufkommen der industriellen Produktion und großer kreativer Aufruhr. Technologische Innovationen, wissenschaftliche Fortschritte, die Entwicklung neuer Materialien und neuartiger Produktionstechniken begeistern die Designer dieser Zeit und werden von ihnen aufgegriffen, um mit der Tradition zu brechen und neue Lebensweisen zu erfinden.

 

Als Pierre Guariche die Hochschule verlässt, geht er zu einem der größten Designer der damaligen Zeit: Marcel Gascoin. Dort bleibt er drei Jahre, bevor er seine eigene Agentur und dann das Atelier de recherches plastiques (ARP) gründet: mit Joseph-André Motte und Michel Mortier. Das Atelier wird zwischen 1953 und 1957 zu einem echten Laboratorium. Dort entwickelt er das Prinzip der Serienproduktion für den Einsatz von Teilen in der Innenarchitektur. Anstelle der traditionellen Arbeit eines Innenarchitekten, der Möbel nach Maß für einen Kunden in einem bestimmten Kontext entwirft, entwickelt er Modelle für deren Edition in größerer Stückzahl. Diese sind die Antwort auf präzise Fragen des Gebrauchs, aber auch auf technische Aspekte oder auf Anforderungen zur Rationalisierung der Produktion. So praktiziert er zwar kein Industriedesign im eigentlichen Sinne des Wortes, trägt aber zur Entwicklung seiner Funktionsweise bei.

Seine Forschungen, die sich hauptsächlich auf die Problematik der häuslichen Einrichtung und Beleuchtung konzentrierten, führen zu neuen und innovativen Modellen wie dem Stuhl Papyrus (1951–1954, Steiner), dem ersten in Frankreich hergestellten Stuhl aus in einem Stück geformten Sperrholz, oder zu der Chaiselongue Vallée Blanche.

Im Bereich der Leuchten, insbesondere durch seine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Verleger Pierre Disderot, ist Pierre Guariche einer der ersten französischen Designer, der umfassende Forschungsarbeit über die Art und Weise betreibt, wie man ein Haus beleuchtet, und über die Funktion von Licht. Er entwickelte ein flexibles System aus drei Arten von Leuchten (Wand-, Steh- und Deckenleuchte), alle mit Armen oder Gegengewichten ausgestattet, um das Licht so auszurichten, dass es sich optimal an den Raum anpasst, sowie mit verschiedenen Beleuchtungsfunktionen (direkt, indirekt und stimmungsvoll), ganz wie der „Cerf-volant“ aus perforiertem, weiß lackiertem Stahlblech.

Die Produkte von Pierre Guariche

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